Morbus Basedow

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Die Autoimmunkrankheit Morbus Basedow wurde nach dem deutschen Arzt Carl von Basedow benannt, der die Schilddrüsenerkrankung bereits im Jahre 1840 beschrieben hat. Diese Erkrankung führt zu einer Überfunktion der Schilddrüse und betrifft in vielen Fällen auch andere Organe wie die Augen, das Bindegewebe von Unterschenkeln, Händen und Füßen. Die Überfunktion der Schilddrüse entsteht durch die Produktion von Eiweißen im Körper, die Antikörper genannt werden. Diese führen zu einer Aktivierung der Schilddrüse mit einer unkontrollierten Bildung von Schilddrüsenhormonen. Für die Erkrankung sind die typischen Antikörper, die TSH-Rezeptorantikörper verantwortlich. Diese können im Verlauf der Behandlung von Patienten auch wieder verschwinden. Solch eine massive Überfunktion der Schilddrüse beginnt schnell und zeigt binnen kürzester Zeit die typischen Zeichen der vermehrten Hormonproduktion.

Die häufig auftretenden Symptome von Morbus Basedow sind:

– Herzrasen
– hoher Blutdruck und Ruhepuls
– starke Gewichtsabnahme
– Heißhunger und Durst
– Muskelschmerzen, Muskelschwäche
– Nervosität, Reizbarkeit, Rastlosigkeit
– Schlafstörungen
– Durchfall
– Störungen im Menstruationszyklus

Generell besteht die Therapie des Morbus Basedow über einen Zeitraum von einem Jahr durch Einnahme von Tabletten, die die Schilddrüsenhormonproduktion blockieren. Zusätzlich werden Betablocker gegen das Herzrasen verordnet, damit die Patienten zur Ruhe kommen. Nach diesem Zeitraum besteht eine 50%ige Chance, dass diese Erkrankung ausgeheilt ist. Wenn nach ein- bis anderthalbjähriger Medikation keine Besserung erzielt werden konnte, muss über die dauerhafte Ausschaltung der Schilddrüsenfunktion nachgedacht werden. Hierfür kommt zum einen die Operation der Schilddrüse oder die Radiojodtherapie infrage. Bei der Operation wird oftmals die gesamte Schilddrüse entfernt, um einen Rückfall der Krankheit zu vermeiden. Nach einer Radiojodtherapie oder Operation muss das Schilddrüsenhormon durch Einnahme von Tabletten dauerhaft ersetzt werden.

Augensymptome beim Morbus Basedow

Viele Morbus Basedow Patienten leiden unter Entzündungen und Schwellungen an den Augen. Einige der Erkrankten haben mit einem Fremdkörpergefühl im Auge, trockenen Augen oder vermehrtem Tränenfluss und Lichtempfindlichkeit zu kämpfen. Die Ursachen hierfür sind ein seltener Lidschlag und eine Vermehrung des Bindegewebes in der Augenregion. Die Folgen können hierbei Sehverschlechterungen und ein Sehen von Doppelbildern sein. Um Abhilfe zu schaffen, können die Patienten beispielsweise Salben, Augentropfen oder Gele verwenden, um die unangenehmen Begleiterscheinungen etwas zu lindern. Das Hervortreten der Augäpfel oder die massiven Schwellungen werden generell mit Cortison behandelt. Sehr hilfreich In leichten bis mittelschweren Fällen kann das hochwertige Nahrungsergänzungsmittel Selen sein.
Leider gibt es für Betroffenen nur wenige Möglichkeiten, mit denen die Symptome selbst gelindert werden können. Das Wichtigste ist, das Rauchen einzustellen, weil sich sonst die Endokrine Orbitopathie verschlechtert. Bewährt haben sich getönte Brillen und Sonnenbrillen, die die lichtempfindlichen Augen vor Helligkeit schützen. Das Hochlagern des Kopfes in der Nacht schafft Erleichterung bei geschwollenen Augenlidern und hervortretenden Augen. Wer das Lid nachts nicht über dem Auge schließen kann, sollte einen speziellen Augenverband während des Schlafens verwenden. Auch ein großzügiger Einsatz von Augengel ist hilfreich.

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